Die Motivation der Chemikalienretter von Kembo
Das Netto-Abfallaufkommen in Deutschland betrug im Jahr 2019 360 Mio. Tonnen; davon entfielen 20 Mio. auf die chemische Industrie. Laborchemikalien bilden einen Teil davon; sie werden in Kapitel 16 („Abfälle, die nicht anderswo im Verzeichnis aufgeführt sind“) des europäischen Abfallverzeichnis geführt. Eine genaue Mengenermittlung ist daher schwierig. Das Umweltbundesamt (UBA) liefert zumindest aus deren Datenbank GENESIS die groben Mengen an Chemikalien, die an Abfallentsorgungsanlagen 2019 (inkl. Import) angeliefert wurden1:
- 13.300 Tonnen Laborchemikalien aus gefährlichen Stoffen
- 9.800 Tonnen gebrauchte anorganische Chemikalien
- 12.600 Tonnen gebrauchte organische Chemikalien, und schließlich
- 11.500 Tonnen sonstige gebrauchte Chemikalien
Chemikalienrecycling? Fehlanzeige. Bei der Entsorgung ist die thermische Verwertung von Chemikalien „end-of-life“ das Maß aller Dinge. Thermische Verwertung ist ja nichts anderes als ein netter Begriff für Verbrennung. Aber das mit dem „end-of-life“ stimmt so ja nicht. Sind denn wirklich alle Chemikalien, die entsorgt werden, nicht mehr zu gebrauchen? Ist denn nicht zumindest ein Teil relabfähig?
Genau die gleiche Frage haben wir uns auch gestellt. Und wie jeder, der bereits länger in einem Labor gearbeitet hat, haben wir auch so unsere Erfahrungen gemacht. Wer hat sich nicht schon darüber geärgert oder eben gewundert, dass bei der letzten Aufräumaktion im Labor mal wieder eine Menge Chemikalien entsorgt wurden, obwohl die aber noch völlig okay waren. Aus ganz banalen Gründen: Aus Platzmangel, wegen Laborauflösung, weil die Chemikalie einfach nicht mehr genutzt wurde,….. Das ist schon traurig.

Und wer hat sich nicht schon einmal bei anderen Arbeitsgruppen oder Laboren Chemikalien ausgeborgt? Da wird eben auch sauber gearbeitet und auch vorausgesetzt, dass die Chemikalien vorschriftsmäßig gehandhabt und gelagert wurden. GMP und GLP lassen hier grüßen!
Die oben genannten Zahlen geben da ja lediglich einen vagen Hinweis auf die Menge an relabfähigen Chemikalien, da sie nicht weiter heruntergebrochen werden können. Das Potential ist aber damit schon mal klar. Mit diesem Wissen und vor diesem Hintergrund wollen wir die Ressourcenverschwendung in der Chemie zumindest ein wenig lindern und Chemikalienrecycling als Alternative zur Entsorgung etablieren. Und wie kann man das besser, als ein Unternehmen zu gründen und die Idee aktiv umzusetzen. Das fanden andere so gut, so dass wir bei 123-Go, dem Businessplan-Wettbewerb im Saarland, auch gleich mit dem 2. Platz belohnt wurden.
Die Chemikalienretter – Das Team hinter Kembo
Unsere Motivation kennt ihr nun. Aber wer sind wir denn jetzt genau? Bei dem Gründerteam hinter KemBo handelt es sich um Alexander und Thomas Hahn sowie Michael Bauer.

Im Folgenden erfährst du Näheres über uns und unseren Werdegang.
Alexander

Alexander hat in Saarbrücken an der Universität des Saarlandes BWL studiert und 1997 als Diplom-Kaufmann abgeschlossen. Zu Beginn seines Erwerbslebens hat Alexander mehrere Jahre bei einem saarländischen Versicherungsunternehmen gearbeitet, zunächst als Projektcontroller eines Software-Projektes, anschließend in der Betriebsorganisation/ Unternehmensentwicklung und war u. a. mit der Optimierung von Prozessen befasst.
Seit 2008 ist Alexander freiberuflich als Unternehmensberater tätig. Die Schwerpunkte liegen hier in der Begleitung von Ausschreibungen der IT-Infrastruktur (Rechenzentrum, Netzwerk, etc.), dem Projekt- und Investitionscontrolling und dem Lieferanten- und Vertragsmanagement.
Alexander beschäftigt sich bei KemBo mit den Themen Finanzen und Organisation.
Michael

Anfangs noch als Business Angel und als Mentor hat sich Michael recht schnell entschieden bei KemBo mitzumachen. Er hat in Saarbrücken und Guildford (Großbritannien) Chemie studiert und 2003 mit dem Diplom abgeschlossen. 2008 wurde er in organischer Chemie promoviert. Seit 2007 war er in einem Chemie-Start-up in Saarbrücken als Laborleiter angestellt, bis er 2010 die Carbolution Chemicals GmbH gründete. Heute beschäftigt der Online-Vertrieb für Laborchemikalien in St. Ingbert fünf Mitarbeitende. Der Gründer ist nach wie vor alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter und kümmert sich vor allem um die Themen Organisation und Marketing.
Er beherrscht Social-Media-Kommunikation genauso wie Podcastproduktion, hat verschiedene Videoformate und tritt privat mit unterschiedlichen Formationen als Hobbymusiker auf.
Thomas

Thomas hat an der Technischen Universität Kaiserslautern Chemie studiert und das Studium 2008 mit dem Diplom beendet. Anschließend hat er eine Promotion im Bereich Bioverfahrenstechnik aufgenommen und mit dem Titel „Dr.-Ing.“ 2013 erfolgreich abgeschlossen. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IGB, seit 2016 stellvertretender Leiter der „Bioprozessentwicklung“, einer Gruppe mit 6 festen Mitarbeitern. Sein Aufgabengebiet umfasst – neben der fachlichen Betreuung und Ausbildung von Mitarbeitern und Studenten – die Koordination von internationalen und interdisziplinären Projekten, die Kundenakquise, und die Projektantragsstellung.
Thomas kümmert sich bei Kembo schwerpunktmäßig um die Weiterentwicklung der Dienstleistung, der Webpräsenz und die Kundenakquise.
Wenn ihr eher der visuelle Typ seid und / oder gerne noch mehr über unsere Motivation und über uns erfahren wollt, schaut euch doch einfach das nachfolgende Video an.
Habt ihr weitere Fragen an uns? Vielleicht findet ihr die Antworten in den FAQs. Oder ihr schickt uns einfach eine Nachricht.